Flugplatzgschwätz
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Autor Thema: Artikel Eröffnungsfliegen 2016  (Gelesen 4966 mal)
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Bernd
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« am: April 14, 2016, 09:55:32 »

Kleines Wiesental
„Es ist wie Seelenklempnerei“
Markgräfler Tagblatt, 13.04.2016 14:35 Uhr
3 Fotos
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Modellfliegen verbindet die Generationen und begeistert Jung und Alt gleichermaßen. Fotos: Michael Werndorff
Foto: Markgräfler Tagblatt
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Halsbrecherische Flugmanöver spielen sich am Himmel über Wieslet ab –­kleine und große Flugzeuge liefern sich wilde Rennen, während die Piloten mit kleinen Bewegungen an der Fernsteuerung das Geschehen fest im Griff haben –­ Eröffnungsfliegen ist angesagt bei der Modellfluggruppe Wieslet. Von Michael Werndorff Kleines Wiesental. Andere gewinnen die Energie aus Hochleistungsakkus, das betagte Propellerflugzeug von Bernd Metzger hebt indes nur dank Benzin ab. Laut Wetterbericht steht dem Flug des Nachbaus einer Messerschmitt Bf 109 nichts im Wege. Weder Böen noch Niederschlag sind zu erwarten, und auch die Sicht ist trotz geschlossener Wolkendecke im grünen Bereich, sind sich die Hobbypiloten einig. Große Bandbreite an Flugzeugmodellen Während der Rasen des Start- und Landeplatzes getrimmt wird, treffen die Mitglieder der Modellfluggruppe Wieslet (MFG) die letzten Vorbereitungen für das ersehnte Eröffnungsfliegen: Akkus werden eingesetzt, Tragflächen angebracht sowie Fahrwerke und die Funktion der beweglichen Teile überprüft. Eine große Bandbreite an Flugzeug- und Helikoptermodellen steht aufgereiht neben dem kleinen Flugplatz, darunter kleine Flitzer aus Styropor bis hin zu einem zehn Kilogramm schweren Jagdflugzeug, einer Corsair im Maßstab eins zu sechs mit Sternmotor. Metzger ist schon seit 45 Jahren begeisterter Hobbyflieger, aber die Bf 109 ist für viele Piloten eine Herausforderung. Ist sie zu langsam, kann ein Strömungsabriss an den schmalen Tragflächen schnell zum Absturz führen. Kein Wunder, konstruiert wurde das Fluggerät in den 1930er-Jahren als schneller Jäger, der neue Standards setzen sollte. Da ist Fingerspitzengefühl und Erfahrung angesagt, weiß der Hausener. Letzteres hat der 82-jährige Gerhard Brendlin zuhauf. Der Ruheständler ist das älteste Mitglied der Wiesleter Flieger und steuert konzentriert einen motorisierten Leichtbauflieger mit besten Segeleigenschaften. „Ich bin jetzt sechs Minuten geflogen und habe dank Thermik nur 17 Sekunden Strom verbraucht“, sagt er vergnügt, während der Ruf „Achtung Landung“ ertönt. Doch aus dem schönen Endanflug eines anderen Piloten wird eine Bruchlandung. Ergebnis: gesplittertes Holz und das Wissen, dass viele Arbeitsstunden aufgebracht werden müssen, um das Modell wieder in die Luft zu bringen. „Das gehört einfach dazu“, kommentiert Vereinsvorsitzender Friedhelm Schultheiß das Geschehen. Die Leidenschaft für das Hobby teilt Brendlin übrigens mit seinem Enkel Julian. Der sei ein Naturtalent und habe die Fliegerei im Blut, sagt der Großvater anerkennend. Bruchlandungen gehören dazu Letzterer ist ein Tüftler, der stets mit Rat und Tat den Vereinsmitgliedern zur Seite steht und auch gerne mal in schlaflosen Nächten über technische Probleme sinniert, bis er eine Lösung gefunden hat. Das sagt der nur wenige Jahre jüngere Horst Ewert. Er bringt das Hobby auf eine kurze Formel: „Man kann dabei total abschalten, es ist wie Seelenklempnerei.“ Mit der Fliegerei können Interessierte auch im Rentenalter anfangen, betont er. Begonnen habe er mit Hubschraubern, weil es leicht aussah, „aber das ist keineswegs der Fall“, so Ewert. Brendlin habe ihm dann empfohlen, „Fläche zu fliegen“, also sich den Flugzeugen zu widmen. Lernen kann man das Steuern übrigens im Lehrer-Schüler-Betrieb, wie Schultheiß erklärt. Hierbei sind beide Fernsteuerungen miteinander verbunden, und der Lehrer greift bei Problemen sofort ein. In der Regel dauere es nur eine Saison, bis Anfänger die Grundlagen beherrschen. Was den Messerschmitt-Piloten Metzger angeht, hätte durch Eingreifen vielleicht Schlimmeres verhindert werden können: Seine Bf 109 fliegt über den Baumwipfeln, ruhig brummt der Motor, noch scheint alles in Ordnung zu sein. Doch dann kippt der Flieger weg, der sich wegen seiner grau-blauen Lackierung kaum von der Farbe des bewölkten Himmels abhebt. Zum Entsetzen des Besitzers stürzt das Flugzeug in den Wald. „Solange keine tragenden Teile zerstört sind, lässt sich der Flieger reparieren“, meint Brendlin zuversichtlich, und für Metzger steht die Unfallursache schon fest: „Ich habe die Fluglage nicht mehr erkennen können.“ Aber auch für Schultheiß geht an diesem Tag nicht alles rund. Probleme mit der Pneumatik, die das Fahrwerk ein- und ausfährt, machen ihm fast einen Strich durch die Rechnung. „In unserem Hobby gibt es einerseits die Modellbauer und andererseits die Modellflieger“, sagt Brendlin schmunzelnd. An den Modellen gebe es jedenfalls immer was zu tun.

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